Schwangerschaftsvorsorge Plus



Liebe Eltern,

nach den Mutterschaftsrichtlinien haben Sie, bei einer unauffälligen Schwangerschaft, Anspruch auf drei Ultraschall-Untersuchungen sowie Ausschluss einer Infektion mit Chlamydien, Hepatitis B, Lues und Röteln.

Da es darüber hinaus zusätzliche Möglichkeiten gibt Risiken für Mutter und Kind frühzeitig zu erkennen, möchten wir Ihnen diese Untersuchungen in unserer Praxis anbieten. Einige Untersuchungen, wie z.B. Bestimmung des Toxoplasmose- und Rötelntiters, sollten schon bei Kinderwunsch durchgeführt werden um vor einer Schwangerschaft Impfungen bzw. Verhaltensregeln zu besprechen.

Röteln


In Deutschland sind zur Zeit zwischen 5 -10 % Frauen im gebährfähigen Alter ohne Schutz vor Röteln.
Das Rötelnvirus wird über die oberen Atemwege aufgenommen. Nach etwa 16 Tagen treten eine leichte Temperaturerhöhung, Lympfknotenschwellungen und ein juckender Hautausschlag auf. Die Infektion kann so leicht verlaufen, daß sie nicht erkannt wird.
Bei einer frischen Infektion vor allem in der Frühschwangerschaft können beim Kind bleibende Schäden wie Herzfehler, Taubheit, Augen- u. Gehirnfehlbildungen entstehen.
Die sicherste Maßnahme zur Verhinderung der kindlichen Schäden ist die aktive Impfung aller Frauen mit fehlendem Rötelntiter.
Durch eine Blutuntersuchung vor der Schwangerschft kann Ihr Titer bestimmt werden und bei fehlender Immunität die Impfung durchgeführt werden.

Toxoplasmose


Gefähr 30-40 % aller Frauen haben unbemerkt eine Toxoplasmose-Infektion durchgemacht. Bei einer Erstinfektion während der Schwangerschaft wird in ungefähr 50 % der Fälle auch das Kind angesteckt. Häufig wird die Infektion nicht erkannt, da sie wenig Beschwerden macht. Eine frühzeitige Antibiotika-Behandlung in der Schwanger-schaft kann Folgeschäden in mindestens 60 % der Fälle verhindern. Durch eine Blut-untersuchung kann nachgewiesen werden, ob Sie früher Kontakt mit Errregern hatten und damit eine Immunität gegenüber Toxoplasmose besitzen.
Diese Untersuchung ist vor allem für Frauen wichtig die Kontakt zu Katzen haben oder hatten.

Zuckerbelastungstest zum Ausschluss von Schwangerschaftsdiabetes


Ungefähr 6 % aller Schwangeren entwickeln einen Schwangerschaftsdiabetes (Erhöhung des Blutzuckerspiegels). Deshalb empfehlen Experten einen Glukose-Belastungstest zwischen der 24. Und 28. Schwangerschaftswoche.
Bei Risiken, wie schwerem Geschwisterkind, Übergewicht der Mutter, fammiliäre Belastung oder mehreren Fehlgeburten sollte der Test schon in der 12. – 14 . Schwangerschaftswoche durchgeführt werden.

Ultraschalluntersuchung auf Wunsch


Falls Sie eine zusätzliche Ultraschalluntersuchung wünschen, um z.B. in Ruhe mit ihrem Mann oder Partner Ihr Baby kennen zu lernen, sind wir gerne bereit uns für Sie mehr Zeit zu nehmen.

Triple- Test


Erkrankungen Ihres Kindes wie Spina bifida („offener Rücken“), Bauchwanddefekte, Mißbildungen am Kopf und Chromosomenstörungen wie z. B. das Down-Syndrom (Mongoloismus) konnen mit veränderten Werten im Blut der Mutter einhergehen.

Durch die Bestimmung des Alphafetoproteins (AFP), des beta-HCGs und der Östradiol-Konzentration in Ihrem Blut zwischen der 16. Und 18. Schwangerschaftswoche kann in Kombination mit Ihrem Alter die statistische Wahrscheinlichkeit errechnet werden, mit der Ihr Kind an einer der genannten Erkrankungen betroffen sein kann.
Studien haben ergeben, daß mit Hilfe der Triple-Diagnostik etwa 67 % aller an Mongoloismus erkrankten Kinder vorgeburtlich erkannt werden.
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten nur, wenn zuvor anderwei-tige Verdachtsmomente oder ein familiäres Risiko bekannt sind.