Der HPV-Test



Bessere Vorbeugung gegen Gebärmutterhalskrebs

Was ist HPV?
Hinter der Abkürzung HPV verbirgt sich das Humane Papillomavirus. Es gibt mehr als 70 Subtypen dieses Erregers. Manche davon können zur Entstehung von Warzen an Händen und Füssen führen. Besonders gefährliche Typen dieses Virus können eine Veränderung der Zellen des Gebärmutterhalses auslösen und so das Risiko von Krebserkrankungen in diesem Bereich erhöhen. Neuere Studien belegen, dass HPV, insbesondere die Typen 16 und 18, bei fast allen Patientinnen (99,7%) mit Gebärmutterhalskrebs nachgewiesen werden kann.

Wie verbreitet ist die HPV-Infektion?
Bevölkerungsstudien haben gezeigt, dass sich die meisten sexuell aktiven Erwach-senen irgendwann eine HPV-Infektion zuziehen. Die Mehrheit merkt hiervon nichts. Bei den meisten Patientinnen heilt die HPV-Infektion von selbst aus. In einigen Fällen jedoch bleibt das Virus im Körper erhalten und kann in bestimmten Fällen Gebär-mutterhalskrebs auslösen.

Wie können Sie erfahren, ob Sie mit HPV infiziert sind?
Es gibt jetzt einen einfachen und zuverlässigen Test zum Nachweis von HPV, er heisst Hybrid Capture 11 (hc2) HPV DNA Test. HPV kann Genitalwarzen, Zwischenblutungen, Brennen und Schmerzen hervorrufen, tritt aber bei den meisten Frauen asympto-matisch auf. Es kann daher sein, dass eine Patientin das Virus jahrelang in sich trägt und nichts davon weiss

Wann sollten Sie einen HPV-Test machen lassen?
Wenn bei Ihrer letzten Krebsvorsorgeuntersuchung (d. h. bei der mikroskopischen Auswertung Ihres Gebärmutterhalsabstrichs) leichte Zellveränderungen festgestellt wurden, kann der HPV-Test zur Klärung der Ursache beitragen. Ein HPV-DNA-Test liefert schnelleren und genaueren Aufschluss als die Wiederholung der konven-tionellen Früherkennungsuntersuchung. Dies bedeutet, dass im Bedarfsfall die Behandlung früher einsetzen kann.

Wie wird der HPV-Test durchgeführt?
Die Entnahme des Abstrichs für diesen Test erfolgt auf die gleiche Weise wie bei der Krebsvorsorgeuntersuchung und kann gleichzeitig mit dieser durchgeführt werden. Die Zellprobe wird dann in einem Einsendelabor untersucht.

Wie unterscheidet sich der HPV-DNA-Test von der Krebsvorsorgeuntersuchung?
Im Rahmen der Krebsfrüherkennung wird der Gebärmutterhalsabstrich auf abnorme Zellveränderungen untersucht (PAP-Test). Werden solche Veränderungen festgestellt, führt der Arzt weitere Tests durch, um den Verdacht auf eine Krebserkrankung zu widerlegen oder zu bestätigen.

Beim HPV-Test wird im positiven Fall die DNA (Desoxyribonukleinsäure, = genetische Sequenz) des HPVirus nachgewiesen. Da HPV der Hauptrisikofaktor für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs ist, können Sie bei einem negativen Testergebnis beruhigt sein: In naher Zukunft dürften Sie mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht an Vorstadien des Gebärmutterhalskrebses erkranken.

Angenommen, Ihr HPV-Testergebnis ist positiv. Bedeutet dies, dass Sie Gebärmut-terhalskrebs bekommen werden?
Nein. In der Regel bekämpft ein gesunder Körper die HPV-Infektion und besiegt das Virus aus eigener Kraft innerhalb weniger Monate. Bei einem auffälligen PAP-Abstrich und einem HPV-positiven Befund besteht allerdings ein erhöhtes Risiko dafür, dass die Zellveränderungen im Abstrich durch eine Krebsvorstufe bedingt sind.

Ist das Risiko einer HPV-bedingten Erkrankung bei älteren Frauen höher als bei jüngeren?
Jüngere Frauen sind häufiger HPV-positiv. Bei Frauen über 30 Jahren ist jedoch das Risiko bei positivem HPV-Befund für die Entwicklung von Krebsvorstufen erhöht, da die HPV-Infektion in den meisten Fällen schon seit längerem besteht.

Wie geht es weiter, falls Ihr HPV-Testergebnis positiv ist?
Dieses Testergebnis gibt Ihrem Arzt wertvolle Hinweise zur weiteren Vorgehensweise. Alle Anzeichen einer sich entwickelnden Krankheit können so früher erkannt und entsprechend rechtzeitig behandelt werden.

Und falls Ihr Testergebnis negativ ist?
Wenn man bei Ihrer Krebsvorsorgeuntersuchung Zellveränderungen festgestellt hat, sind diese mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht durch Vorstufen des Gebärmutter-halskrebses bedingt. Bei einem unauffälligen PAP-Test und einem negativen HPV-Test kann nach derzeitigem Wissensstand davon ausgegangen werden, dass Sie mit nahezu hundertprozentiger Sicherheit in den nächsten 3 Jahren nicht an einem Gebärmutterhalskrebs erkranken werden. Trotzdem sollten Sie an der jährlichen Krebsvorsorgeuntersuchung teilnehmen, da bei dieser Untersuchung auch nach anderen Krebsarten wie z.B. Brustkrebs gesucht wird.